Gedanken u. Worte, die gut tun

Lieber Leser, liebe Leserin!

 

Der Regenmacher

In einem Dorf hatte es lange Zeit nicht geregnet.

Brunnen trockneten aus, 

Pflanzen gingen ein und das Wasser wurde sehr kostbar.

Die Menschen im Dorf versuchten alles Mögliche, um die Trockenheit abzuwenden.

Als es ihnen schon längere Zeit sehr schlecht ging, hörten sie, 

dass in den Bergen ein weiser Mann lebt, der das Wetter beeinflussen kann.

Er kann Regen machen und wenn es zu lange regnet, kann er den Regen auch aufhören lassen.

 

Die Dorfbewohner überlegten nicht lange.

Sie schickten eine Abordnung zu ihm mit der Bitte, bei ihnen Regen zu machen.

 

Dem Mann taten die Menschen leid und er ging mit.

Im Dorf angekommen, suchte er sich eine leere Hütte und setzte sich hin.

 

Es dauerte keine drei Tage, da kamen die Wolken und mit ihnen auch der lang ersehnte Regen. 

Ganz verblüfft fragten ihn einige Dorfbewohner, wie er das gemacht hatte.

Er antwortete: „Ganz einfach! Ich kam zu euch, setzte mich hin und brachte mich selbst in Ordnung. 

Als ich in Ordnung war, kamt auch ihr mit euch in Ordnung, 

als ihr und die Menschen hier in Ordnung waren, kam auch die Natur in Ordnung 

und als die Natur in Ordnung war, kam der Regen“.

 

In diesem Sommer können wir mit den Menschen aus der Geschichte „Der Regenmacher“ mitfühlen.

Es ist in diesem Jahr der Sommer, 

der uns in einer nie dagewesenen Weise Hitze und auch Dürre bringt und uns damit aufmerksam macht, 

wie lebensnotwendig und  kostbar Wasser ist.

Die lange Hitze und Trockenheit machen inzwischen fast allen Sorgen.

Wir ahnen es, sie wird weitreichende Auswirkungen auf alle Lebensbereiche haben.

 

Die Geschichte vom Regenmacher ist nicht die Lösung für alle Probleme, aber sie erzählt, wie ein Anfang gemacht werden kann.

Sie erzählt, wie es gehen kann die Welt in Ordnung zu bringen.

Wir fangen in einem Bereich an,

vielleicht ist es die Wohnung,

vielleicht eine Aussprache, die schon lange aussteht,

vielleicht Innehalten,

vielleicht das Gebet,

vielleicht endlich mal wieder den Körper in Bewegung bringen.

Schritt für Schritt werden diese kleinen Veränderungen uns verändern und irgendwann auf unser Umfeld auswirken.

 

Für uns ist es Gott, sein Wort, das uns in die Ordnung bringt.

Es ist ein häufiges biblisches Motiv, das Gott als die Quelle allen Lebens beschreibt.

Worte aus Psalm 36,10 wurden für den Introitus der Zeit nach Pfingsten gewählt.

Sonntag für Sonntag hören oder singen wir so seine Worte

Bei dir, Herr ist die Quelle des Lebens, in deinem Lichte sehen wir das Licht.

Dieser erfrischenden und Leben spenden Quelle sinnen wir nach.

 

Innehalten und zur Ruhe kommen. 

Das würde dem ständigen Höher und Weiter Einhalt geben.

Denn der Mensch, der in Ruhe die Gaben verkostet wird eher satt. 

Er braucht nicht so viel, zu viel.

 

Einen gesegneten Sommer.

 

Ihre Dekanin Ingrid Gottwald-Weber