Eysölden

Eysölden
Bildrechte: Helmut Minderlein

Kirchengemeinde Eysölden und Offenbau

Pfr. vakant - vertreten durch Pfrin Beate Kraus, Alfershausen

Pfarramt Eysölden
Eysölden G 4

91177 Thalmässing

Tel.: (09173) 77995
Fax: (09173) 7996
E-Mail: pfarramt.alfershausen-heideck@elkb.de

Internet: Kirchengemeinde Eysölden

Eysölden war Urpfarrei und dürfte zwischen 750 und 999 eine erste, wahrscheinlich hölzerne Kirche besessen haben. Zur Pfarrei gehörten die Tochterkirchen Mindorf und Offenbau (letztere wieder seit 2012). Von der mittelalterlichen Wehranlage ist der als Leichenhalle genutzte Südwestturm geblieben. Die heutige sehr geräumige Kirche St. Thomas wurde von 1749 bis 1752 unter dem Bauinspektor des Markgrafen von Ansbach, Johann David Steingruber, errichtet. Sie hält die Mitte zwischen Dorf- und Hofkirche, da die adeligen Oberamtmänner von Stauf ihre Herrschaftsstände (sog. "Logen") forderten, andererseits die große Bauerngemeinde den Einbau von Emporen bedingte. Das Langhaus wurde auf den alten Grundmauern errichtet, der alte Turm wurde mit einem Oktogon aufgestockt. Innen sieht man die typische Markgrafen-Einrichtung: Altar, Kanzel und Orgel (in die Tiefe des Raumes auch der Taufstein) bilden eine Linie. Auf den Kanzelbildern sind die Apostel Paulus (mit den Attributen Schwert und einer Schriftrolle) und Petrus (mit den Schlüsseln des Himmelreichs) zu sehen. Auf der Südseite hängt oberhalb der ersten Empore ein Gemälde, das den Reformator Martin Luther zeigt, auf der Nordseite ein Bild von einer Adligen. Vor dem Altarbild mit den Emmausjüngern von 1888 steht ein Kruzifix. Die Kanzel, die 1778 angeschafft wurde, ist seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit Schnitzereien von alttestamentlichen Propheten und der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind verziert, der Taufsteindeckel mit der Figur Johannes’ des Täufers. Über dem Kanzeldeckel ist der auferstandene Christus mit der Siegesfahne zu sehen. Taufschale (eine Beckenschlägerarbeit aus Nürnberg) und Taufkanne aus Messing wurden 1677 von dem damaligen Pfarrer Johann Stephan Rötter und seiner Frau Anna gestiftet. Die Orgel wurde 1752 oberhalb der Kanzel installiert und 1913 erneuert. Beide Vortragekreuze der Kirche stammen von 1699: Das linke wird bei festlichen Einzügen, aber auch für Überführungen und Beerdigungen verwendet, das rechte mit den Puttengesichtern an den Kreuzenden ist Beerdigungen von Kindern vor der Konfirmation vorbehalten. Der große Kronleuchter wurde im Jahr 1863 gestiftet. Zu den Kirchenschätzen, die nach wie vor regelmäßig in Gebrauch sind, gehören aus dem Jahr 1696 ein Ensemble von drei Abendmahlskannen in aufsteigender Größe, zwei gleich große Abendmahlskelche (einer von 1696) und ein deutlich größerer Kelch von 1896, eine Pyxis (Büchse für die noch nicht gesegneten Hostien) aus dem Jahr 1637 und ein Ziborium (kelchartiges Gefäß zur Aufbewahrung der gesegneten Hostien), das wohl aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts stammt. Neuere Anschaffungen sind Krippenfiguren, eine Altar- und Kanzelbibel, neue Altartücher sowie ein Regal mit Kinderbibeln und -büchern. Da die St. Thomaskirche auf dem Abschnitt des Jakobsweges von Nürnberg nach Eichstätt liegt, wird sie oft von Pilgern besucht.