Ellingen

Ellingen
Bildrechte: Helmut Minderlein

Kirchengemeinden Ellingen und Hörlbach  

Pfarrer Roland Knöll

Pfarramt Ellingen
Hausner Gasse 23

91792 Ellingen

Tel.: (09141) 2709
Fax: (09141) 997834
E-Mail: Pfarramt.Ellingen@elkb.de

Internet: Kirchengemeinden Ellingen und Hörlbach

Eigentlich müsste die Evangelische Gemeinde in Ellingen schon längst das 100-jährige Jubiläum ihrer Christuskirche gefeiert haben. Aber manche Widrigkeit verschob den Kirchenbau um viele Jahre. Bereits um 1900 war die Anzahl der evangelischen Bürger in der katholischen Deutschordensstadt Ellingen auf 250 angewachsen. So wurde 1909 ein protestantischer Kirchbauverein gegründet, der im ganzen südlichen Mittelfranken Spenden für die Errichtung einer Kirche sammelte. Bald wurde auch schon ein Grundstück erworben. Aber durch den Kriegsausbruch verzögerten sich die weiteren Aktivitäten. Obwohl bei der Inflation von 1923 das ganze Vereinsvermögen verloren ging, bekam der Kirchbauwunsch noch im gleichen Jahr starken neuen Auftrieb. Ein besseres Grundstück im Stadtgarten wurde eingetauscht und mit Professor German Bestelmeyer aus München ein angesehener Architekt gewonnen, dessen Gesamtwerk heute unter Denkmalschutz steht. Er konzipierte einen klassischen, achteckigen Zentralkirchenbau mit Zeltdach, Eingangshalle und zwiebelbekröntem Turm. Nach allen Rückschlägen wurde also am 24. August 1924 die Grundsteinlegung gefeiert. Doch noch einmal sollte es zu einer grundlegenden Infragestellung des Kirchenbaus kommen. Am 4. Oktober 1924 stürzte der nun schon auf 13,5 m gewachsene Kirchturm – zum Glück in der Mittagspause – ein. Es kam niemand zu Schaden, aber es wurde umgehend von den Behörden ein Baustopp verhängt. Der Einsturz führte zu einer verstärkten Unterstützung des Baus durch die Nachbargemeinden, so dass trotz der erneut eingetretenen Verzögerungen die Kirche am 29. November 1925, dem damaligen Ersten Adventssonntag, eingeweiht werden konnte. Mit der Einweihung war die Kirche jedoch in ihrer Ausstattung keineswegs komplett. 1930 erhielt sie eine zweite Glocke und 1935 die Steinmeyer-Orgel. Nach dem Zweiten Weltkrieg bemühte sich die Gemeinde um die Neugestaltung des Altarbereichs. Pläne zur Aufstellung einer aufwendigen Kreuzigungsgruppe fielen der Inflation und Währungsumstellung von 1948 zum Opfer. Erst seit 1955 prägt ein großer Kruzifixus die Stirnwand des Altarraumes. 1975 wurde dann im Rahmen der 50-Jahr-Feier der provisorische Holzaltar von 1925 durch einen Steinaltar ersetzt und der Kruzifixus erhielt an der Rückseite eine neue Fassung. Seit 1990 trägt die Ellinger evangelische Kirche nun den Namen „Christuskirche“ und unterstreicht mit dieser Namensgebung die Ausrichtung des Innenraums und der Gemeinde hin zum großen Christusbild. Bei einer Renovierung 2013 und 2014 wurden nun größere statische Probleme im Dachstuhl beseitigt und der Innenraum mit neuer Technik und neuem Anstrich versehen. Bei den beliebten Abendgottesdiensten entwickelt die beleuchtete Christuskirche eine besondere Atmosphäre, so dass auch viele Menschen außerhalb von Ellingen diese Gottesdienste besuchen.