Alfershausen

MArtinskirche Alfershausen
Bildrechte: Beate Krauss

Evang. Kirchengemeinde Alfershausen-Heideck

Pfarrerin Beate Krauß

Alfershausen 2
91177 Thalmässing

Tel.: (09173) 793207
Fax: (09173) 793807 (Zentrales Büro)

E-Mail: Pfarramt.alfershausen-heideck@elkb.de

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Aus Sandstein, gebrochen vom örtlichen Mühlbuck, wurde der Turm der Martinskirche in Alfershausen im späten Mittelalter errichtet. Dem Turm wurde ein neues Glockengeschoss aufgesetzt, als Landbauinspektor Johann David Steingruber im Auftrag des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach das baufällige Kirchenschiff durch einen Saalbau ersetzte und so die jetzige, vierte Kirche am Ort gestaltete. 1742 wurde der spätbarocke Bau geweiht. Innen wurde der neue Kirchenraum als typische Markgrafenkirche in schlichter Weise ausgestattet: mit einem Kanzelaltar, darüber die Orgelempore. Neben den Plätzen unten im Kirchenschiff schafft eine dreiseitig umlaufende Empore Raum für die Gemeinde. Der Turmchor wurde zur Sakristei und nahm das Treppenhaus auf, das Kanzel- und Orgelempore erschließt und weiter zu den Glocken führt. Über dem Kanzelaltar zieht ein barocker Orgelprospekt von 1752 den Blick an. Darin ertönt im spätromantischen Stil ein Instrument der Nürnberger Firma Johannes Strebel von 1915. Die pneumatische Traktur weist zwei Manuale und zehn Register mit diversen Koppeln auf. Das Instrument ist original erhalten, ein besonderes Klangdenkmal. Neben den großen Bildern von Luther und Hus, die die Kanzel rahmen, ist das Kirchengebäude mit zwei barocken Engeln, einem Altarkreuz aus dem Rokoko, zwei bemalten Holztafeln, Vortragekreuz und Messingkronleuchter über dem hölzernen Taufstein gefällig ausgestattet. Als besonderes Detail fällt eine Sanduhr neben der Kanzel ins Auge: Mit vier Stundengläsern unterschiedlicher Füllung für eine viertel, eine halbe, eine dreiviertel und eine ganze Stunde Laufzeit ermöglichte sie den Zuhörern zu überprüfen, ob in der angemessenen Länge (oder Kürze) gepredigt wurde. An der Uhr von 1776 sind auch die verwundbarsten Teile noch intakt: in jedem Glas die Hemmung, die den Sand hindert, unkontrolliert vom oberen Glas ins untere zu rinnen. Heute ist sie nur selten noch in Betrieb – etwa zu einer Predigt über die Zeit. Älteste Ausstattungsstücke der Kirche sind ihre drei Glocken. Die große Glocke ist 61 cm hoch mit einem Durchmesser von 122 cm. „ZV GOTTES LOB VND EHR BRAVCHT MAN MICH VALENTINVS ALGEIER VON VLM ZV ONOLTZBACH GOS MICH 1594“. Von 1650 stammt die kleine Glocke mit der Inschrift „Verbum Domini Manet in aeternam me fecit / Leonhardt Löw on Nurimberga“ (Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit. Mich hat gemacht Leonhardt Löw in Nürnberg). Auf der mittleren Glocke steht geschrieben „Heim hat mich nach Alfershausen gegossen 1757 / Aus Hitz und Feuer bin ich geflossen / Johann Ernst Losch von Beilheim“. Der alte eichene Glockenstuhl trägt noch die Spuren eines Panzerbeschusses aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges. Obwohl die Kirche dem Heiligen Martin gewidmet ist, dessen Tag, wie jedes Kind weiß, am 11. November begangen wird, geht die Feier der Kirchweih mit dem Magnustag am 6. September einher – die Gründe liegen im Dunkeln.